Montag 31. Oktober 2011 von Sven
Es wurde mal wieder Zeit für ein neues Gerät – das E72, ein prima Teil, neigte des öfteren wegen des schwachen RAM dazu, beim Surfen die Sitzung zu beenden. Ärgerlich.
Also wollte ich ins Android-Lager wechseln – alle schwärmen davon, das weltweit verbreiteste Smartphone-OS, unendlich App-Welten, ich war neugierig. Aus dem Ergebnis einer E-Plus / Base Vertragsverlängerung entschied ich mich für das Sony Ericsson Xperia Mini Pro, die Kombination aus Touchscreen (hatte ich noch nie) mit seitlich ausschiebbarer QWERTZ-Tastaur in kleiner smarter “Verpackung” garniert mit einem 1-Ghz-Prozessor klang verlockend.
Um es kurz zu machen: Ein schönes Gerät, tolle Multimedia-Funktionen, klicki-bunti, flott. Aber: Android (neueste Version 2.3) erschien mir in einigen Fällen sehr kompliziert, bzw. ich wusste nicht mehr, wann, wo und wie es jetzt im Internet unterwegs war oder nicht, egal, alle möglichen Programme waren daueronline, ohne Einfluß darauf zu haben (oder ob man gefragt wird). Nicht weiter schlimm bei einer Flatrate, bei der die Drosselung bei 500 MB beginnt. Jetzt kommt das ABER: Trotz verschiedener (kostenpflichtiger) Apps habe ich es nicht hinbekommen, einen Abgleich mit Outlook hinzubekommen (Kontakte, Kalender, Notizen, ggf. Aufgaben). Sony Ericsson liefert keine Software wie HTC oder Samsung, um wenigstens Adressen und Kontakte mit Outlook zu synchronisieren. Es-hat-einfach-nicht-funktioniert. Ich bin einfach kein Freund von der Cloud (obwohl das bei Symbian, glaube ich, auch funktionieren würde). Ich war genervt und frustriert und konnte das Gerät zurück geben. Zu dem Zeitpunkt kam gerade das Nokia 700 mit dem ganz neuen Symbian Belle auf dem Markt: Keine QWERTZ-Tastatur, aber endlich (für Nokia…) 1-Ghz-Prozessor und ordentlich RAM. Obwohl es noch keine Reviews gab habe ich bestellt – ich hatte bisher noch nie ein Smartrphone, das gerade auf dem Markt war und noch nicht in den Medien getestet wurde. Ich bereue nichts. Outlook-Abgleich funktioniert, PIM-Funktion ist für mich noch die wichtigste Eigenschaft eines Smartphones.

Nokia 700 mit aktuellem Symbian Belle
Anfangs hatte ich arge Probleme mit der virtuellen Tastatur, das ist nun etwas besser geworden und Gewöhnungssache, denke ich mal. Ansonsten läuft alles sehr flott und flüssig-geschmeidig. Das AMOLED-Display ist trotz der in Hinblick auf die Konkurrenz geringen Auflösung von 640 x 360 Pixel knackscharf. Es hat auch nur ein 3,2 Zoll Display, dafür ist das Smartphone angenehm handlich von der Größe, recht dünn und sehr leicht (110 x 50 mm, 10 mm dick bei gerade mal 96 Gramm). Kein Klotz, mal ein Kontrapunkt zu den teilweise riesigen Smartphones. Das 700 ist sehr hochwertig verarbeitet, z.B Screen aus Corning Gorilla Glass. Optisch gewöhnungsbedürftig ist das Gitter am unteren Ende, dahinter verbirgt sich aber tatsächlich ein Lautsprecher!
Das Nokia 700 sieht zwar ein wenig unscheinbar aus, hat aber von der Ausstatung alles, was ein Smartphone braucht. Killer-Applikation ist die kostenlose Navigation Nokia Maps, die offline wirklich tadellos funktioniert, von bis zu 80 Ländern kann das Kartenmaterial auf das Symbian-Telefon geladen werden. Genial, weil es bestens funktioniert. Wenn ich mal mein TomTom vergessen habe, kein Problem! Hab schon diverse Male bewusst auf das TomTom-Gerät verzichtet.
Ein Manko hat das 700 aber: Keine Autofocus-Kamera. Es macht ganz gute Fotos, aber Macroaufnahmen gehen leider nicht mehr. Über einen (leider nur) LED-Blitz verfügt das 700 wenigstens.
Ansonsten kann ich sagen: Ein tolles Gerät, das zu meinen Bedürfnissen passt, auch wenn es mit einem schon seit Jahren totgesagten Betriebssystem (by the way, wie ist die Lage bei webOS?) in der neuesten Version läuft. Jeder schwört auf ein anderes OS, Android und iOS beherrschen den Markt, aber nach einem kurzen Intermezzo mit Android komme ich persönlich wieder gerne auf Symbian zurück.

Nokia 700 (ganzes Foto: rechte Maustaste, "Grafik anzeigen")